Kapitel 6 — Artikel XXIII–XXXI: Amt und Sakramente
Abschnitt 26. Artikel XXVI. Von der Unwürdigkeit der Diener, welche die Wirkung der Sakramente nicht aufhebt. Obgleich in der sichtbaren Kirche die Bösen stets mit den Guten vermischt sind und zuweilen die Bösen die höchste Autorität in der Verwaltung des Wortes und der Sakramente innehaben, so dürfen wir dennoch ihren Dienst in Anspruch nehmen, sowohl beim Hören des Wortes Gottes als auch beim Empfang der Sakramente, da sie denselben nicht in ihrem eigenen Namen, sondern im Namen Christi verrichten und kraft seines Auftrags und seiner Vollmacht dienen. Weder wird die Wirkung der Einsetzung Christi durch ihre Schlechtigkeit aufgehoben, noch die Gnade der Götter Gottes für die vermindert, welche die ihnen gespendeten Sakramente im Glauben und recht empfangen; denn die Sakramente sind wirksam kraft der Einsetzung und Verheißung Christi, auch wenn sie von bösen Menschen gespendet werden. Nichtsdestoweniger gehört es zur Kirchenzucht, dass gegen böse Diener Untersuchung geführt und sie von denen angeklagt werden, die Kenntnis von ihren Verfehlungen haben; und wenn sie schließlich für schuldig befunden werden, sollen sie durch gerechtes Urteil abgesetzt werden.