39 Artikel der Kirche von England 3.9

Kapitel 3 — Artikel IX–XIV: Sünde und Erlösung

Abschnitt 9. Artikel IX. Von der Erbsünde oder Geburtssünde. Die Erbsünde besteht nicht in der Nachahmung Adams, wie die Pelagianer törichterweise behaupten, sondern sie ist die Schuld und Verderbnis der Natur eines jeden Menschen, der natürlich von Adam abstammt; wodurch der Mensch sich sehr weit von der ursprünglichen Gerechtigkeit entfernt hat und seiner eigenen Natur nach zum Bösen geneigt ist, so dass das Fleisch allezeit gegen den Geist begehrt; und daher verdient sie in jedem in diese Welt geborenen Menschen Gottes Zorn und Verdammnis. Und diese Verderbnis der Natur verbleibt auch in den Wiedergeborenen; weshalb die Begierlichkeit des Fleisches, im Griechischen Phronema Sarkos genannt, die einige als Weisheit, andere als Sinnlichkeit, andere als Neigung, andere als Verlangen des Fleisches auslegen, dem Gesetz Gottes nicht unterworfen ist. Und obwohl es für die, welche glauben und getauft sind, keine Verdammnis gibt, so bekennt doch der Apostel, dass die Begierlichkeit und Lust an sich die Natur der Sünde hat.