Römischer Katechismus 8.23

Kapitel 8 — Erster Teil: Das Glaubensbekenntnis — Artikel VI: Aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters

Abschnitt 23. Ein weiterer höchst bedeutsamer Vorzug ist, dass Er unsere Neigungen zum Himmel erhoben und sie mit dem Geiste Gottes entflammt hat; denn höchst wahrhaftig ist gesagt worden, dass dort, wo unser Schatz ist, auch unser Herz ist. Und in der Tat, wenn Christus der Herr noch auf Erden weilte, würde die Betrachtung Seiner menschlichen Natur und Seiner Gesellschaft alle unsere Gedanken in Anspruch nehmen, und wir würden den Urheber solcher Segnungen nur als Menschen betrachten und eine Art irdische Zuneigung zu Ihm hegen. Aber durch Seine Himmelfahrt in den Himmel hat Er unsere Zuneigung vergeistigt und uns gelehrt, Den als Gott zu verehren und zu lieben, den wir wegen Seiner Abwesenheit nur im Gedanken sehen. Dies lernen wir teils aus dem Beispiel der Apostel, die, solange unser Herr persönlich bei ihnen war, in gewissem Maße menschlich über Ihn zu urteilen schienen; und teils aus diesen Worten unseres Herrn selbst: Es ist gut für euch, dass ich hingehe. Die unvollkommene Zuneigung, mit der sie den gegenwärtigen Christus Jesus liebten, musste durch göttliche Liebe vervollkommnet werden, und zwar durch das Kommen des Heiligen Geistes; und deshalb fügt Er sogleich hinzu: Wenn ich nicht hingehe, wird der Tröster nicht zu euch kommen.