Römischer Katechismus 6.8

Kapitel 6 — Erster Teil: Das Glaubensbekenntnis — Artikel IV: Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben

Abschnitt 8. Bedeutung der Leidensgeschichte — Ferner soll der Seelsorger den historischen Teil dieses Artikels nicht auslassen, der von den heiligen Evangelisten so sorgfältig dargelegt wurde, damit die Gläubigen wenigstens mit den Hauptpunkten dieses Geheimnisses vertraut seien, nämlich mit solchen, die zur Bestätigung der Wahrheit unseres Glaubens notwendiger erscheinen. Denn auf diesem Artikel ruhen, wie auf ihrem Fundament, der christliche Glaube und die christliche Religion; und wenn diese Wahrheit fest begründet ist, ist alles Übrige sicher. In der Tat, wenn etwas dem Geist und Verstand des Menschen mehr als anderes Schwierigkeit bereitet, so ist es gewiss das Geheimnis des Kreuzes, das ohne allen Zweifel als das schwierigste von allen angesehen werden muss; so sehr, dass wir nur mit großer Mühe die Tatsache erfassen können, dass unser Heil vom Kreuz abhängt und von dem, der für uns daran genagelt wurde. Darin aber dürfen wir, wie der Apostel lehrt, wohl die wunderbare Vorsehung Gottes bewundern; denn da in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Predigt die zu retten, die glauben. Es ist daher kein Wunder, dass die Propheten vor dem Kommen Christi und die Apostel nach seinem Tod und seiner Auferstehung so eifrig bemüht waren, die Menschen davon zu überzeugen, dass er der Erlöser der Welt sei, und sie unter die Macht und den Gehorsam des Gekreuzigten zu bringen.