Kapitel 6 — Erster Teil: Das Glaubensbekenntnis — Artikel IV: Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben
Abschnitt 23. Darüber hinaus litt Christus, um die Würde dieses Geheimnisses zu erhöhen, nicht nur für die Sünder, sondern sogar für diejenigen, die die eigentlichen Urheber und Vollstrecker aller Qualen waren, die er erduldete. Daran erinnert der Apostel mit diesen an die Hebräer gerichteten Worten: Denkt an den, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und in euren Seelen ermattet. An dieser Schuld haben all jene teil, die häufig in Sünde fallen; denn wie unsere Sünden Christus den Herrn dem Tod am Kreuz überantworteten, so kreuzigen gewiss diejenigen, die sich in Sünde und Ungerechtigkeit wälzen, den Sohn Gottes von neuem, soweit es an ihnen liegt, und verspotten ihn. Diese Schuld scheint bei uns schwerwiegender zu sein als bei den Juden; denn nach dem Zeugnis desselben Apostels hätten sie, wenn sie ihn erkannt hätten, den Herrn der Herrlichkeit niemals gekreuzigt; wir hingegen, die wir bekennen, ihn zu kennen, verleugnen ihn durch unsere Taten und scheinen gewissermaßen gewaltsame Hand an ihn zu legen.