Kapitel 39 — Vierter Teil: Das Gebet — Die fünfte Bitte: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Abschnitt 8. Wir werden leicht dazu gebracht werden, unsere Sünden anzuerkennen, wenn wir auf Gott selbst hören, der uns durch die Heilige Schrift in dieser Hinsicht ermahnt. So lesen wir bei David: Sie sind alle abgewichen; sie sind allesamt unnütz geworden; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Salomo spricht im gleichen Sinne: Es gibt keinen Gerechten auf Erden, der Gutes tut und nicht sündigt. Hierauf beziehen sich auch diese Worte: Wer kann sagen: „Mein Herz ist rein, ich bin frei von Sünde"? Genau dasselbe hat der heilige Johannes geschrieben, um die Menschen von der Anmaßung abzuschrecken: Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Auch Jeremias sagt: Du hast gesagt: „Ich bin ohne Sünde und unschuldig"; und darum möge dein Zorn sich von mir abwenden. Siehe, ich will mit dir ins Gericht gehen, weil du gesagt hast: „Ich habe nicht gesündigt."