Römischer Katechismus 39.32

Kapitel 39 — Vierter Teil: Das Gebet — Die fünfte Bitte: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Abschnitt 32. „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern" — Das Wort wie kann in zweierlei Sinn verstanden werden. Es kann als Vergleich aufgefasst werden, indem wir Gott bitten, uns unsere Sünden zu vergeben, gleichwie wir die Ungerechtigkeiten und Schmähungen vergeben, die wir von denen erhalten, durch die wir verletzt worden sind. Es kann auch als Bedingung verstanden werden, und in diesem Sinne legt Christus der Herr jene Formel aus. Denn, sagt Er, wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer himmlischer Vater auch euch eure Verfehlungen vergeben; wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird auch euer Vater euch eure Sünden nicht vergeben.