Römischer Katechismus 39.21

Kapitel 39 — Vierter Teil: Das Gebet — Die fünfte Bitte: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Abschnitt 21. Gott ist es, gegen den wir, nachdem wir den Gehorsam verworfen haben, sündigen; die Ordnung Seiner Weisheit stören wir, soweit es in unserer Macht liegt; Ihn beleidigen wir; Ihn schmähen wir durch Worte und Taten. Aber es ist auch Gott, unser gütigster Vater, der, da Er die Macht hat, alle Übertretungen zu vergeben, nicht nur Seine Bereitschaft dazu erklärt hat, sondern auch die Menschen verpflichtet hat, Ihn um Vergebung zu bitten, und sie gelehrt hat, mit welchen Worten sie dies tun sollen. Für niemanden kann es daher zweifelhaft sein, dass es unter Seiner Führung in unserer Macht steht, mit Gott versöhnt zu werden. Und da diese Erklärung des göttlichen Willens zu vergeben den Glauben vermehrt, die Hoffnung nährt und die Liebe entflammt, wird es der Mühe wert sein, dieses Thema zu erweitern, indem man einige Schriftstellen und einige Beispiele von Büßern anführt, denen Gott die Vergebung der schwersten Verbrechen gewährte. Da wir jedoch in der Einleitung zum Vaterunser und in jenem Teil des Glaubensbekenntnisses, der die Vergebung der Sünden lehrt, so ausführlich über das Thema waren, wie es die Umstände erlaubten, wird der Seelsorger von jenen Stellen entlehnen, was immer für die Unterweisung in diesem Punkt geeignet erscheint, und im Übrigen aus den Quellen der Heiligen Schrift schöpfen.