Kapitel 37 — Vierter Teil: Das Gebet — Die dritte Bitte: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden
Abschnitt 4. Die Blindheit des Menschen gegenüber dem Willen Gottes — Obwohl der Mensch beständig von diesen Übeln bedrängt wird, besteht sein größtes Elend darin, dass ihm viele davon gar nicht als Übel erscheinen. Es ist ein Beweis des beklagenswertesten Zustandes des Menschen, dass er so von Leidenschaft und Begierde verblendet ist, dass er nicht sieht, wie das, was er für heilsam hält, in der Regel ein tödliches Gift enthält; dass er sich blindlings auf jene verderblichen Übel stürzt, als seien sie gut und begehrenswert, während die Dinge, die wirklich gut und tugendhaft sind, als das Gegenteil gemieden werden. Von dieser falschen Einschätzung und dem verdorbenen Urteil des Menschen drückt Gott seinen Abscheu folgendermaßen aus: Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die Finsternis für Licht und Licht für Finsternis ausgeben, die Bitteres für süß und Süßes für bitter erklären.