Römischer Katechismus 37.36

Kapitel 37 — Vierter Teil: Das Gebet — Die dritte Bitte: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden

Abschnitt 36. Ein Bewusstsein unserer eigenen Willensschwäche — Um unsere Darlegung dieser Bitte abzuschließen, müssen wir auf einen Gegenstand zurückkommen, den wir am Anfang gestreift haben. Es geht darum, dass die Gläubigen bei der Aussprache dieser Bitte demütig und bescheiden im Geiste sein sollen: die Heftigkeit ihrer angeborenen Leidenschaften im Auge behaltend, die sich gegen den Willen Gottes auflehnen; bedenkend, dass in dieser Pflicht des Gehorsams der Mensch von allen anderen Geschöpfen übertroffen wird, von denen geschrieben steht: Alle Dinge dienen dir; und erwägend, dass derjenige, der ohne göttliche Hilfe nichts vor Gott Wohlgefälliges unternehmen, geschweige denn vollbringen kann, wahrhaftig sehr schwach sein muss.