Kapitel 37 — Vierter Teil: Das Gebet — Die dritte Bitte: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden
Abschnitt 22. Wir sind nicht leicht geneigt, Gott zu bitten, unsere ungeordneten Begierden nicht zu erfüllen. Diese Gesinnung der Seele ist schwer zu erlangen, und indem wir ein solches Gebet sprechen, scheinen wir uns gewissermaßen selbst zu hassen. Denen, die Sklaven des Fleisches sind, erscheint ein solches Verhalten als Torheit; aber es sei unser Teil, den Vorwurf der Torheit um Christi willen freudig auf uns zu nehmen, der gesagt hat: Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst. Dies gilt besonders, da wir wissen, dass es viel besser ist, das Rechte und Gerechte zu begehren, als das zu erlangen, was der Vernunft und der Religion und den Gesetzen Gottes entgegensteht. Zweifellos ist der Zustand desjenigen, der die Erfüllung seiner unbesonnenen und ungeordneten Begierden erlangt, weniger beneidenswert als der Zustand dessen, der das Ziel seiner frommen Gebete nicht erreicht.