Römischer Katechismus 37.13

Kapitel 37 — Vierter Teil: Das Gebet — Die dritte Bitte: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden

Abschnitt 13. In dem Augenblick, da der erste Mensch die ursprüngliche Gerechtigkeit verlor, die ihn befähigte, die Leidenschaften zu zügeln, war die Vernunft nicht mehr imstande, sie innerhalb der Grenzen der Pflicht zu halten oder jene ungeordneten Begierden zu unterdrücken, die der Vernunft widerstreiten. Deshalb sagt uns der Apostel, dass die Sünde, das heißt der Anreiz zur Sünde, im Fleisch wohnt, und gibt uns damit zu verstehen, dass sie nicht nur einen vorübergehenden Aufenthalt bei uns nimmt wie ein flüchtiger Gast, sondern dass sie, solange wir leben, in unseren Gliedern als ständiger Bewohner des Leibes verweilt.