Römischer Katechismus 36.20

Kapitel 36 — Vierter Teil: Das Gebet — Die zweite Bitte: Dein Reich komme

Abschnitt 20. Doch das Reich der Gnade muss dem der Herrlichkeit vorausgehen; denn die Herrlichkeit Gottes kann in niemandem herrschen, in dem nicht bereits Seine Gnade herrscht. Die Gnade ist nach dem Erlöser eine Quelle von Wasser, das ins ewige Leben sprudelt; was aber die Herrlichkeit betrifft, wie können wir sie anders nennen als eine gewisse vollkommene und vollendete Gnade? Solange wir mit diesem gebrechlichen sterblichen Fleisch bekleidet sind, solange wir in dieser finsteren Pilgerschaft und Verbannung wandeln, schwach und fern von Gott, straucheln und fallen wir oft, weil wir die Hilfe des Reiches der Gnade verwarfen, durch die wir gestützt wurden. Wenn aber das Licht des Reiches der Herrlichkeit, das vollkommen ist, uns bestrahlt haben wird, werden wir für immer fest und sicher stehen. Dann wird alles Mangelhafte und Unpassende gänzlich beseitigt werden; dann wird jede Schwachheit gestärkt und gekräftigt werden; mit einem Wort, Gott selbst wird dann in unseren Seelen und Leibern herrschen. Doch über diesen Gegenstand haben wir bereits ausführlicher in der Auslegung des Glaubensbekenntnisses gehandelt, als wir von der Auferstehung des Fleisches sprachen.