Römischer Katechismus 35.8

Kapitel 35 — Vierter Teil: Das Gebet — Die erste Bitte: Geheiligt werde dein Name

Abschnitt 8. »Auf Erden wie im Himmel« — In diesem Zusammenhang sollte der Seelsorger aber beachten und seinen frommen Zuhörern darauf hinweisen, dass unser Heiland mit diesem Ausdruck nicht sagt, der Name Gottes solle auf Erden in derselben Weise geheiligt werden, wie er im Himmel geheiligt wird, das heißt, dass seine irdische Heiligung der himmlischen an Erhabenheit gleich sein solle — was absolut unmöglich ist —, sondern nur, dass eine solche Heiligung aus Liebe und aus den innersten Neigungen der Seele hervorgehe. Zwar hat der göttliche Name an sich keine Notwendigkeit, geheiligt zu werden, da er furchtbar und heilig ist, so wie Gott selbst Seinem Wesen nach heilig ist, noch kann Ihm irgendeine Heiligkeit zugeschrieben werden, die Er nicht von Ewigkeit her besessen hätte; doch da Ihm hier auf Erden eine Ehre erwiesen wird, die weit geringer ist als die, die Er verdient, und da Er bisweilen sogar durch Fluchen und Lästerung entehrt wird, wünschen und erbitten wir daher, dass Sein Name hier auf Erden mit Lob, Ehre und Herrlichkeit erhoben werde, nach dem Vorbild jenes Lobes, jener Ehre und Herrlichkeit, die Ihm im Himmel dargebracht werden.