Kapitel 31 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das achte Gebot
Abschnitt 8. Auch falsches Zeugnis zugunsten des Naechsten ist verboten — Wenn es uns aber verboten ist, unseren Naechsten durch falsches Zeugnis zu schaedigen, so darf daraus nicht geschlossen werden, dass das Gegenteil erlaubt sei und dass wir durch Meineid denen helfen duerfen, die uns durch Bande der Verwandtschaft oder der Religion verbunden sind. Es ist niemals erlaubt, zu Luegen oder Taeuschung Zuflucht zu nehmen, geschweige denn zum Meineid. Daher lehrt der heilige Augustinus in seinem Buch an Crescentius ueber die Luege aus den Worten des Apostels, dass eine Luege, auch wenn sie in falschem Lob ueber jemanden geaeussert wird, zu den falschen Zeugnissen zu zaehlen ist. Bei der Behandlung jener Stelle: Ja, wir werden sogar als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir gegen Gott Zeugnis abgelegt haben, dass er Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckt hat, wenn die Toten nicht auferstehen, sagt er: Der Apostel nennt es falsches Zeugnis, eine Luege ueber Christus auszusprechen, selbst wenn sie zu seinem Lob zu gereichen scheint.