Römischer Katechismus 30.48

Kapitel 30 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das siebte Gebot

Abschnitt 48. Die Berufung auf Rang und Stellung — Wie unerträglich ist die Eitelkeit jener Männer von hohem Rang, die sich damit entschuldigen, sie handelten nicht aus Habgier oder Geiz, sondern ließen sich nur deshalb herab, anderer Leute Eigentum zu nehmen, weil sie den Glanz ihrer Familien und ihrer Vorfahren aufrechterhalten wollen, deren Ansehen und Würde verfallen müsse, wenn er nicht durch den Besitz fremden Eigentums gestützt werde. Dieses schädlichen Irrtums sind sie zu entäußern; und sie müssen davon überzeugt werden, dass das einzige Mittel, ihren Wohlstand zu erhalten und zu mehren und den Ruhm ihrer Vorfahren zu steigern, darin besteht, den Willen Gottes zu befolgen und seine Gebote zu halten. Sobald Sein Wille und Seine Gebote missachtet werden, wird die Sicherheit des Eigentums, wie fest es auch begründet sein mag, umgestürzt; Könige werden entthront und von den höchsten Ehrenständen geschleudert, während die niedrigsten Personen, ja Männer, gegen die sie den unversöhnlichsten Hass hegten, bisweilen von Gott berufen werden, ihren Platz einzunehmen.