Kapitel 30 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das siebte Gebot
Abschnitt 2. Dieses Gebot als Beweis der Liebe Gottes zu uns und als Anspruch auf unsere Dankbarkeit — Zunächst sollte der Seelsorger Sorgfalt und Eifer darauf verwenden, die unendliche Liebe Gottes zum Menschen zu verkünden. Nicht zufrieden damit, sozusagen unser Leben, unsere Person und unseren Ruf durch die beiden Gebote „Du sollst nicht töten“ und „Du sollst nicht ehebrechen“ umzäunt zu haben, schützt Gott unser Eigentum und unseren Besitz und stellt eine Wache darüber auf, indem Er das Verbot hinzufügt: Du sollst nicht stehlen. Diese Worte können keine andere Bedeutung haben als die, die wir oben bei der Besprechung der anderen Gebote angeführt haben. Sie erklären, dass Gott verbietet, dass unsere weltlichen Güter, die unter seinem Schutz stehen, von irgendjemandem weggenommen oder beschädigt werden.