Kapitel 3 — Erster Teil: Das Glaubensbekenntnis — Artikel I: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde
Abschnitt 5. Der Glaube schließt die Neugierde aus — Aus dem Gesagten folgt, dass derjenige, der mit dieser himmlischen Erkenntnis des Glaubens begabt ist, frei ist von forschender Neugierde. Denn wenn Gott uns zu glauben gebietet, legt er uns nicht nahe, seine göttlichen Ratschlüsse zu durchforschen oder nach ihrem Grund und ihrer Ursache zu fragen, sondern verlangt einen unveränderlichen Glauben, durch den der Geist in der Erkenntnis der ewigen Wahrheit zur Ruhe kommt. Und in der Tat, da wir das Zeugnis des Apostels haben, dass Gott wahrhaftig ist und jeder Mensch ein Lügner, und da es von Anmaßung und Vermessenheit zeugen würde, dem Wort eines ernsthaften und besonnenen Mannes, der etwas als wahr versichert, nicht zu glauben und von ihm zu verlangen, dass er seine Aussagen durch Argumente oder Zeugen beweise, wie verwegen und töricht sind dann jene, die, wenn sie die Worte Gottes selbst hören, Gründe für seine himmlischen und heilbringenden Lehren verlangen? Der Glaube muss daher nicht nur jeden Zweifel, sondern auch jedes Verlangen nach Beweisführung ausschließen.