Römischer Katechismus 3.22

Kapitel 3 — Erster Teil: Das Glaubensbekenntnis — Artikel I: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde

Abschnitt 22. Gott wird Vater genannt, weil er die Christen durch die Gnade an Kindes statt annimmt — Gott aber wird besonders im Neuen Testament viel häufiger und in gewissem Sinne eigentlich der Vater der Christen genannt, die nicht den Geist der Knechtschaft empfangen haben, wiederum zur Furcht, sondern den Geist der Kindschaft empfangen haben, durch den sie rufen: Abba, Vater! Denn der Vater hat uns eine solche Liebe erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen und es auch sind; und wenn Kinder, dann auch Erben, Erben Gottes nämlich und Miterben Christi, der der Erstgeborene unter vielen Brüdern ist und sich nicht schämt, uns Brüder zu nennen. Ob wir also den allgemeinen Titel der Schöpfung und Vorsehung betrachten oder den besonderen der geistlichen Kindschaft, mit Recht bekennen die Gläubigen ihren Glauben, dass Gott ihr Vater ist.