Kapitel 28 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das fünfte Gebot
Abschnitt 34. Nachteile der Rache — Schließlich sind die Nachteile darzulegen, die aus der Weigerung entstehen, anderen zu vergeben. Der Seelsorger sollte daher dem Unversöhnlichen vor Augen führen, dass der Hass nicht nur eine schwere Sünde ist, sondern dass er, je länger man ihm nachgibt, desto tiefer eingewurzelt wird. Der Mensch, dessen Herz diese Leidenschaft einmal in Besitz genommen hat, dürstet nach dem Blut seines Feindes. Erfüllt von der Hoffnung auf Rache, wird er seine Tage und Nächte damit verbringen, über irgendeinen bösen Plan zu brüten, so dass sein Geist niemals von bösartigen Entwürfen oder gar von Gedanken an Blut zu ruhen scheint. So kommt es, dass er niemals, oder zumindest nicht ohne äußerste Schwierigkeit, dazu gebracht werden kann, eine Beleidigung großmütig zu vergeben oder auch nur seine Feindseligkeit zu mäßigen. Mit Recht wird daher der Hass mit einer Wunde verglichen, in der die Waffe fest eingebettet bleibt.