Römischer Katechismus 28.26

Kapitel 28 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das fünfte Gebot

Abschnitt 26. Geduld, Wohlwollen und Sanftmut geboten — Und da das Gebot die Nächstenliebe und Liebe einschärft, muss es auch all jene Pflichten und guten Dienste gebieten, die in ihrem Gefolge kommen. Die Liebe ist geduldig, sagt der heilige Paulus. Uns ist daher die Geduld geboten, in der wir, wie der Erlöser lehrt, unsere Seelen besitzen werden. Die Liebe ist gütig; Wohlwollen ist daher der Freund und Begleiter der Nächstenliebe. Die Tugend des Wohlwollens und der Güte hat einen großen Wirkungsbereich. Ihre vornehmsten Aufgaben sind es, die Not der Armen zu lindern, die Hungrigen zu speisen, den Durstigen zu trinken zu geben, die Nackten zu kleiden; und bei all diesen Werken des Wohlwollens sollen wir unsere Freigebigkeit den Nöten und Bedürfnissen derer anpassen, denen wir helfen.