Römischer Katechismus 27.9

Kapitel 27 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das vierte Gebot

Abschnitt 9. Wiederum endet die Liebe zu Gott in Gott selbst, denn Gott soll um Seiner selbst willen über alles geliebt werden; aber die Liebe zum Nächsten entspringt der Liebe zu Gott und ist durch sie zu regeln. Wenn wir unsere Eltern lieben, unseren Vorgesetzten gehorchen, unsere Oberen achten, so soll unser Leitmotiv dabei sein, dass Gott ihr Schöpfer ist und denen den Vorrang geben will, durch deren Mitwirkung Er andere Menschen lenkt und schützt; und da Er verlangt, dass wir solchen Personen pflichtschuldigen Respekt erweisen, sollen wir es tun, weil Er sie dieser Ehre für würdig hält. Wenn wir also unsere Eltern ehren, wird der Tribut eher Gott als dem Menschen gezollt. Dementsprechend lesen wir bei Matthäus über die Pflicht gegenüber Vorgesetzten: Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf; und der Apostel sagt in seinem Brief an die Epheser, wenn er Knechte unterweist: Ihr Knechte, gehorcht euren Herren nach dem Fleisch mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, wie Christus; nicht mit Augendienerei, als wolltet ihr Menschen gefallen, sondern als Knechte Christi.