Römischer Katechismus 27.50

Kapitel 27 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das vierte Gebot

Abschnitt 50. Schließlich sollen die Eltern, um zu vermeiden, was bei der Unterweisung und Erziehung der Kinder am schändlichsten ist, sich keine unwuerdigen Ziele setzen. Viele gibt es, deren einzige Sorge es ist, ihren Kindern Reichtum, Vermögen und ein reiches und glänzendes Erbe zu hinterlassen; die sie nicht zur Frömmigkeit und Religion oder zu ehrbarer Beschäftigung ermutigen, sondern zum Geiz und zur Vermehrung des Reichtums; und die, sofern ihre Kinder nur reich und wohlhabend sind, sich um deren guten Ruf und ewiges Heil nicht kümmern. Kann etwas Schändlicheres gedacht oder ausgesprochen werden? Von solchen Eltern darf man wahrhaftig sagen, dass sie ihren Kindern statt Reichtum vielmehr ihre eigene Schlechtigkeit und ihre Vergehen als Erbe hinterlassen; und dass sie sie, statt sie zum Himmel zu führen, zu den ewigen Qualen der Hölle geleiten.