Römischer Katechismus 27.2

Kapitel 27 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das vierte Gebot

Abschnitt 2. Bedeutung der Unterweisung über das vierte Gebot — Die Vorteile, die sich aus dem vorliegenden Gegenstand ergeben, lassen sich kaum in Worte fassen; denn er bringt nicht nur seine eigene Frucht hervor, und zwar in reichster Fülle und von vorzueglicher Beschaffenheit, sondern bietet auch einen Prüfstein unseres Gehorsams gegenüber dem ersten Gebot und seiner Beobachtung. Wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, sagt der heilige Johannes, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? Ebenso: Wenn wir unsere Eltern nicht ehren und achten, die wir nächst Gott lieben sollen und die wir beständig sehen, wie können wir Gott ehren oder achten, den höchsten und besten Vater, den wir nicht sehen? Hieraus können wir leicht die Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Geboten erkennen.