Römischer Katechismus 26.7

Kapitel 26 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das dritte Gebot

Abschnitt 7. Dieses Gebot über die Beobachtung des Sabbats hingegen ist, was die für seine Erfüllung bestimmte Zeit betrifft, nicht festgelegt und unveränderlich, sondern veränderbar, und gehört nicht zum sittlichen, sondern zum Zeremonialgesetz. Es ist auch kein Grundsatz des Naturgesetzes; wir werden von der Natur nicht angewiesen, Gott an jenem Tage eher äußerlichen Gottesdienst darzubringen als an irgendeinem anderen. Tatsächlich wurde der Sabbat erst seit der Befreiung des Volkes Israel aus der Knechtschaft des Pharao geheiligt. Die Beobachtung des Sabbats sollte zur selben Zeit aufgehoben werden wie die übrigen hebräischen Riten und Zeremonien, das heißt beim Tode Christi. Da sie gleichsam Bilder waren, die das Licht und die Wahrheit vorausschatteten, mussten diese Zeremonien beim Kommen jenes Lichtes und jener Wahrheit verschwinden, die Jesus Christus ist. Daher sagt der heilige Paulus in seinem Brief an die Galater, als er die Beobachter der mosaischen Riten tadelt: Ihr beobachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre; ich fürchte für euch, dass ich vielleicht umsonst an euch gearbeitet habe. Und in gleichem Sinne schreibt er an die Kolosser.