Kapitel 25 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das zweite Gebot
Abschnitt 52. Zunächst soll der Seelsorger lehren, dass Gott aus sehr gutem Grund Drohungen mit diesem Gebot verbunden hat. Daraus erkennt man sowohl die Schwere der Sünde als auch die Güte Gottes uns gegenüber, da er, weit entfernt, sich an der Vernichtung des Menschen zu freuen, uns durch diese heilsamen Drohungen davon abhält, seinen Zorn auf uns zu ziehen, zweifellos damit wir seine Güte erfahren mögen statt seines Zornes. Der Seelsorger soll auf diese Erwägung mit größtem Nachdruck drängen und bestehen, damit die Gläubigen die Schwere des Vergehens erkennen, es noch mehr verabscheuen und größere Sorgfalt und Vorsicht anwenden, um es nicht zu begehen.