Kapitel 25 — Dritter Teil: Der Dekalog — Das zweite Gebot
Abschnitt 38. Negativer Teil dieses Gebotes — Soweit haben wir betrachtet, was dieses Gebot verlangt. Es bleibt nun zu sprechen über das, was es verbietet, nämlich den Namen Gottes eitel im Munde zu führen. Es ist klar, dass derjenige, der leichtfertig und ohne Überlegung schwört, eine schwere Sünde begeht. Dass dies eine höchst schwere Sünde ist, wird durch die Worte erklärt: Du sollst den Namen deines Gottes nicht missbrauchen — Worte, die den Grund anzugeben scheinen, warum dieses Vergehen so gottlos und abscheulich ist, nämlich dass es der Majestät dessen Abbruch tut, den wir als unseren Herrn und unseren Gott anzuerkennen bekennen. Dieses Gebot verbietet daher, falsch zu schwören, weil derjenige, der sich nicht scheut, ein so großes Verbrechen zu begehen, nämlich Gott als Zeugen der Falschheit anzurufen, Gott schwer beleidigt, indem er ihn entweder der Unwissenheit bezichtigt, als ob ihm die Wahrheit irgendeiner Sache unbekannt sein könnte, oder der Bosheit und Unredlichkeit, als ob Gott ein Zeugnis für die Falschheit ablegen könnte.