Römischer Katechismus 22.27

Kapitel 22 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Ehe

Abschnitt 27. Ein zweiter Grund für die Ehe ist der Wunsch nach Familie, jedoch nicht so sehr in der Absicht, Erben unseres Besitzes und Vermögens zu hinterlassen, als vielmehr, um Kinder im wahren Glauben und im Dienst Gottes aufzuziehen. Dass dies das hauptsächliche Ziel der heiligen Patriarchen bei ihrer Heirat war, geht aus der Heiligen Schrift klar hervor. Daher sagt der Engel, als er Tobias die Mittel zur Abwehr der heftigen Angriffe des bösen Dämons mitteilte: „Ich will dir zeigen, wer die sind, über welche der Teufel Gewalt hat; denn diejenigen, die so in die Ehe treten, dass sie Gott von sich und von ihrem Geist ausschließen und sich ihrer Lust hingeben wie das Ross und das Maultier, die keinen Verstand haben, über die hat der Teufel Gewalt." Er fügt dann hinzu: „Du sollst die Jungfrau mit der Furcht des Herrn nehmen, mehr aus Liebe zu den Kindern als aus Begierde bewogen, damit du im Samen Abrahams Segen in Kindern erlangst." Auch aus diesem Grunde hat Gott die Ehe von Anfang an eingesetzt; und deshalb machen sich Eheleute, die zur Empfängnisverhütung oder zur Herbeiführung einer Abtreibung Mittel gebrauchen, eines höchst abscheulichen Verbrechens schuldig — nichts Geringeres als einer gottlosen Verschwörung zum Mord.