Kapitel 19 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Buße
Abschnitt 42. Wenn wir in der Schrift lesen, dass gewisse Personen keine Vergebung von Gott erlangten, obwohl sie sie inständig erbaten, so wissen wir, dass dies daran lag, dass sie keine wahre und herzliche Reue über ihre Sünden hatten. Wenn wir daher in der Heiligen Schrift und in den Schriften der Väter Stellen finden, die zu behaupten scheinen, dass gewisse Sünden unvergebbar seien, so müssen wir dies so verstehen, dass es sehr schwer ist, Verzeihung für sie zu erlangen. Eine Krankheit wird manchmal unheilbar genannt, weil der Patient so beschaffen ist, dass er die Heilmittel verschmäht, die ihm Linderung verschaffen könnten. Ebenso werden gewisse Sünden nicht vergeben oder erlassen, weil der Sünder die Gnade Gottes zurückweist, das einzige Heilmittel für das Heil. In diesem Sinne schrieb der heilige Augustinus: Wenn jemand, der durch die Gnade Jesu Christi einmal zur Erkenntnis Gottes gelangt ist, die brüderliche Liebe verwundet und, von der Wut des Neides getrieben, sein Haupt gegen die Gnade erhebt, so ist die Schwere seiner Sünde so groß, dass er, obwohl von schuldigem Gewissen gezwungen, seine Schuld anzuerkennen und zu bekennen, sich außerstande findet, sich der Demütigung zu unterwerfen, um Vergebung zu erflehen.