Römischer Katechismus 19.159

Kapitel 19 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Buße

Abschnitt 159. Dies schmälert keineswegs die höchst vollkommene und überreiche Genugtuung Christi unseres Herrn, sondern macht sie im Gegenteil noch offenkundiger und herrlicher. Denn die Gnade Christi zeigt sich als umso überströmender, als sie uns nicht nur mitteilt, was Er allein verdient und bezahlt hat, sondern auch, was Er als Haupt in Seinen Gliedern, das heißt in heiligen und gerechten Menschen, verdient und bezahlt hat. Daher kann man erkennen, welch großes Gewicht und welche Würde den guten Handlungen der Frommen zukommen. Denn Christus unser Herr gießt beständig Seine Gnade in die fromme Seele, die durch die Liebe mit Ihm vereint ist, wie das Haupt in die Glieder oder wie der Weinstock durch die Reben. Diese Gnade geht unseren guten Werken immer voraus, begleitet und folgt ihnen, und ohne sie können wir kein Verdienst haben noch Gott in irgendeiner Weise Genugtuung leisten.