Römischer Katechismus 19.152

Kapitel 19 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Buße

Abschnitt 152. Aber bei öffentlichen Sündern, wie wir bereits gesagt haben, wurden sie niemals losgesprochen, bevor sie öffentliche Buße vollbracht hatten. Während der Verrichtung dieser Buße brachten die Seelsorger Gebete für ihr Heil vor Gott dar und hörten nicht auf, die Büßenden zu ermahnen, dasselbe zu tun. In dieser Hinsicht war die Sorge und der Eifer des heiligen Ambrosius groß, von dem berichtet wird, dass viele, die mit verhärtetem Herzen an den Richterstuhl der Buße kamen, durch seine Tränen so erweicht wurden, dass sie die Trauer wahrer Zerknirschung empfingen. Im Laufe der Zeit erschlaffte jedoch die Strenge der alten Disziplin so sehr und die Liebe erkaltete so, dass in unseren Tagen viele Gläubige die innere Trauer der Seele und den Herzensschmerz für die Erlangung der Verzeihung für unnötig halten und meinen, ein bloßer Schein der Trauer genüge.