Kapitel 19 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Buße
Abschnitt 15. Dass die Buße eine Tugend ist, lässt sich auch aus den Zwecken schließen, die der wahre Büßer sich vornimmt. Der erste ist, die Sünde zu zerstören und jeden Flecken und Makel aus der Seele zu tilgen. Der zweite ist, Gott für die begangenen Sünden Genugtuung zu leisten, was offensichtlich ein Akt der Gerechtigkeit ist. Zwischen Gott und Mensch kann zwar kein Verhältnis strenger Gerechtigkeit bestehen, so groß ist der Abstand, der sie trennt; doch zwischen ihnen besteht offensichtlich eine Art von Gerechtigkeit, wie sie zwischen Vater und Kindern, zwischen Herrn und Knechten besteht. Der dritte Zweck des Büßers ist es, sich wieder in die Gunst und Freundschaft Gottes einzusetzen, den er beleidigt hat und dessen Hass er sich durch die Schändlichkeit der Sünde zugezogen hat. Die vorstehenden Betrachtungen beweisen hinlänglich, dass die Buße eine Tugend ist.