Römischer Katechismus 19.148

Kapitel 19 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Buße

Abschnitt 148. Sie wird von Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gefordert — Warum im Sakrament der Buße, wie im Sakrament der Taufe, die der Sünde geschuldete Strafe nicht gänzlich erlassen wird, erklären diese Worte des Konzils von Trient vortrefflich: Die göttliche Gerechtigkeit scheint zu verlangen, dass diejenigen, die aus Unwissenheit vor der Taufe gesündigt haben, auf andere Weise die Freundschaft Gottes wiedererlangen als jene, die, nachdem sie von der Knechtschaft der Sünde und des Teufels befreit worden sind und die Gaben des Heiligen Geistes empfangen haben, wissentlich den Tempel Gottes zu verletzen und den Heiligen Geist zu betrüben nicht scheuen. Es entspricht auch der göttlichen Barmherzigkeit, unsere Sünden nicht ohne jede Genugtuung zu erlassen, damit wir nicht, Gelegenheit davon nehmend und unsere Sünden für geringer haltend als sie sind, gleichsam schmählich und verletzend gegen den Heiligen Geist werden und in größere Verbrechen fallen, indem wir uns Zorn aufspeichern auf den Tag des Zornes. Diese Bußstrafen haben ohne Zweifel großen Einfluss darauf, von der Sünde zurückzurufen und gleichsam zu zügeln und den Sünder für die Zukunft wachsamer und vorsichtiger zu machen.