Römischer Katechismus 19.139

Kapitel 19 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Buße

Abschnitt 139. Die erste und höchste Stufe der Genugtuung ist jene, durch die alles, was wir Gott wegen unserer Sünden schulden, überreichlich bezahlt wird, selbst wenn Er mit uns nach der strengsten Strenge Seiner Gerechtigkeit verfahren sollte. Diese Stufe der Genugtuung besänftigt Gott und macht Ihn uns gnädig; und es ist eine Genugtuung, für die wir allein Christus unserem Herrn verpflichtet sind, der den Preis unserer Sünden am Kreuz bezahlt und Gott eine überreiche Genugtuung dargebracht hat. Kein Geschaffenes hätte so großen Wert haben können, uns von einer so schweren Schuld zu befreien. Er ist die Sühne für unsere Sünden, sagt der heilige Johannes, und nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. Diese Genugtuung ist daher vollständig und überreich, den Schulden aller in dieser Welt begangenen Sünden völlig angemessen. Sie verleiht den Handlungen des Menschen großen Wert vor Gott, und ohne sie wären sie keiner Wertschätzung würdig. Dies scheint David im Auge gehabt zu haben, als er sich fragte: Was soll ich dem Herrn vergelten für alles, was Er mir erwiesen hat? und da er außer dieser Genugtuung, die er mit dem Wort Kelch ausdrückte, keine würdige Vergeltung für so viele und so große Wohltaten fand, antwortete: Ich will den Kelch des Heils nehmen und den Namen des Herrn anrufen.