Römischer Katechismus 19.102

Kapitel 19 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Buße

Abschnitt 102. Dieser Gedanke war dem Geist des heiligen Augustinus vertraut. Niemand sage bei sich, so spricht er: „Ich tue im Verborgenen Buße vor dem Herrn. Gott, der die Macht hat, mir zu vergeben, kennt die innersten Empfindungen meines Herzens.“ Gab es denn keinen Grund zu sagen: „Was immer ihr auf Erden lösen werdet, wird auch im Himmel gelöst sein“, keinen Grund, warum die Schlüssel der Kirche Gottes gegeben wurden? Dieselbe Lehre wird vom heiligen Ambrosius in seiner Abhandlung Über die Buße gelehrt, als er die Häresie der Novatianer widerlegte, die behaupteten, die Macht, Sünden zu vergeben, gehöre allein Gott. Wer, sagt er, erweist Gott größere Ehrfurcht, der, der gehorcht, oder der, der Seinen Befehlen widersteht? Gott gebietet uns, Seinen Dienern zu gehorchen; und indem wir ihnen gehorchen, ehren wir Gott allein.