Römischer Katechismus 19.1

Kapitel 19 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Buße

Abschnitt 1. Die Bedeutung der Unterweisung über dieses Sakrament — Da die Gebrechen und Schwächen der menschlichen Natur allgemein bekannt sind und jeder sie an sich selbst erfahren kann, darf niemand die große Notwendigkeit des Sakramentes der Buße verkennen. Wenn daher der Eifer der Seelsorger dem Gewicht und der Bedeutung des Gegenstandes entsprechen soll, so müssen wir zugeben, dass sie bei der Darlegung dieses Sakramentes niemals sorgfältig genug sein können. Ja, es sollte mit größerer Sorgfalt erklärt werden als die Taufe. Die Taufe wird nur einmal gespendet und kann nicht wiederholt werden; die Buße hingegen kann gespendet werden und wird so oft notwendig, als wir nach der Taufe gesündigt haben. Daher erklärt das Konzil von Trient: Für diejenigen, die nach der Taufe in Sünde fallen, ist das Sakrament der Buße ebenso heilsnotwendig wie die Taufe für diejenigen, die noch nicht getauft sind. Der Ausspruch des heiligen Hieronymus, dass die Buße ein zweites Rettungsbrett sei, ist allgemein bekannt und von allen späteren Verfassern geistlicher Schriften hoch geschätzt worden. Denn wie jemand, der Schiffbruch erleidet, keine Hoffnung auf Rettung hat, es sei denn, er ergreife vielleicht ein Brett aus dem Wrack, so hat auch derjenige, der den Schiffbruch der Taufunschuld erleidet, ohne Zweifel alle Hoffnung auf das Heil verloren, wenn er sich nicht an das rettende Brett der Buße klammert.