Römischer Katechismus 18.85

Kapitel 18 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die heilige Eucharistie

Abschnitt 85. Die Seele wird erfreut — Nichts trägt mehr zur geistlichen Freude und zum Nutzen frommer Personen bei als die Betrachtung der erhabenen Würde dieses hochheiligen Sakramentes. Zunächst lernen sie, wie groß die Vollkommenheit der Heilsordnung des Evangeliums ist, unter der wir die Wirklichkeit dessen genießen, was unter dem Mosaischen Gesetz nur durch Vorbilder und Schatten angedeutet wurde. Daher sagt der heilige Dionysius in göttlicher Weise, unsere Kirche stehe in der Mitte zwischen der Synagoge und dem himmlischen Jerusalem und habe folglich an der Natur beider teil. Die Gläubigen können gewiss niemals die Vollkommenheit der heiligen Kirche und ihre erhabene Herrlichkeit genug bewundern, die nur um einen Grad von der Seligkeit des Himmels entfernt zu sein scheint. Gemeinsam mit den Bewohnern des Himmels besitzen auch wir Christus, Gott und Mensch, gegenwärtig bei uns. Jene sind uns um einen Grad voraus, insofern sie bei Christus gegenwärtig sind und die beseligende Anschauung genießen; während wir mit festem und unerschütterlichem Glauben die bei uns gegenwärtige göttliche Majestät anbeten, freilich nicht in einer dem sterblichen Auge sichtbaren Weise, sondern verborgen durch ein Wunder der Macht unter dem Schleier der heiligen Geheimnisse.