Römischer Katechismus 18.147

Kapitel 18 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die heilige Eucharistie

Abschnitt 147. Dass es eine Zeit gab, in der die Gläubigen täglich zur heiligen Kommunion traten, erfahren wir aus der Apostelgeschichte. Alle, die damals den Glauben an Christus bekannten, brannten von so wahrer und aufrichtiger Liebe, dass sie, sich dem Gebet und anderen Werken der Frömmigkeit widmend, bereit befunden wurden, täglich zu kommunizieren. Diese fromme Übung, die eine Zeit lang unterbrochen worden zu sein scheint, wurde teilweise von dem heiligen Papst und Märtyrer Anakletus wiederhergestellt, der befahl, dass alle Diener, die am Messopfer teilnahmen, kommunizieren sollten — eine Anordnung, wie der Papst erklärt, apostolischen Ursprungs. Es war auch lange Zeit die Praxis der Kirche, dass, sobald das Opfer vollendet war und der Priester selbst kommuniziert hatte, er sich der Gemeinde zuwandte und die Gläubigen zum heiligen Tisch einlud mit den Worten: Kommt, Brüder, und empfangt die Kommunion; und daraufhin traten jene, die vorbereitet waren, mit der inbrünstigsten Andacht heran, um die heiligen Geheimnisse zu empfangen.