Kapitel 16 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Taufe
Abschnitt 93. Begierlichkeit, die nach der Taufe bleibt, ist keine Sünde — Wir müssen jedoch bekennen, dass die Begierlichkeit oder der Zunder der Sünde noch zurückbleibt, wie das Konzil an derselben Stelle erklärt. Doch die Begierlichkeit ist keine Sünde, denn wie der heilige Augustinus bemerkt: Bei den getauften Kindern wird die Schuld der Begierlichkeit getilgt, die Begierlichkeit selbst bleibt zur Bewährung; und an anderer Stelle sagt er: Die Schuld der Begierlichkeit wird in der Taufe vergeben, aber ihre Schwachheit bleibt. Denn die Begierlichkeit, die eine Folge der Sünde ist, ist nichts anderes als ein Streben der Seele, das an sich der Vernunft widerstreitet. Wenn sie jedoch nicht von der Einwilligung des Willens oder von Nachlässigkeit begleitet wird, ist sie sehr weit davon entfernt, Sünde zu sein.