Römischer Katechismus 16.110

Kapitel 16 — Zweiter Teil: Die Sakramente — Die Taufe

Abschnitt 110. Dritte Wirkung der Taufe: Gnade der Wiedergeburt — Aber um zu den Wirkungen der Taufe zurückzukehren: Es soll gelehrt werden, dass wir kraft dieses Sakramentes nicht nur von dem befreit werden, was mit Recht als das größte aller Übel angesehen wird, sondern auch mit unschätzbaren Gütern und Segnungen bereichert werden. Unsere Seelen werden mit göttlicher Gnade erfüllt, durch die wir gerecht und Kinder Gottes werden und zu Erben des ewigen Heils gemacht werden. Denn es steht geschrieben: Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden, und der Apostel bezeugt, dass die Kirche gereinigt wird durch das Bad des Wassers im Worte des Lebens. Nun tilgt die Gnade gemäß der Definition des Konzils von Trient, die wir bei Strafe des Anathemas zu glauben verpflichtet sind, nicht nur die Sünde, sondern ist auch eine der Seele innewohnende göttliche Eigenschaft und gleichsam ein glänzendes Licht, das alle jene Flecken tilgt, die den Glanz der Seele verdunkeln, und sie mit vermehrter Helligkeit und Schönheit bekleidet. Dies ist auch ein klarer Schluss aus den Worten der Schrift, wenn sie sagt, dass die Gnade ausgegossen wird, und auch wenn sie die Gnade gewöhnlich das Unterpfand des Heiligen Geistes nennt.