Römischer Katechismus 14.8

Kapitel 14 — Erster Teil: Das Glaubensbekenntnis — Artikel XII: Das ewige Leben

Abschnitt 8. Leben — Die Intensität der Glükseligkeit, die die Gerechten in ihrem himmlischen Vaterland genießen, und ihre völlige Unbegreiflichkeit für alle außer ihnen selbst, werden hinreichend durch die Worte "seliges Leben" vermittelt. Denn wenn wir, um eine Idee auszudrücken, ein Wort gebrauchen, das vielen Dingen gemeinsam ist, so ist es klar, dass wir dies tun, weil wir keinen genauen Ausdruck haben, durch den wir es vollständig ausdrücken könnten. Da also, um die Glükseligkeit auszudrücken, Worte angenommen werden, die auf die Seligen nicht mehr zutreffen als auf alle, die ewig leben werden, beweist dies uns, dass die Idee dem Geist etwas zu Großes, zu Erhabenes darbietet, als dass es durch einen eigentlichen Ausdruck vollständig ausgedrückt werden könnte. Gewiss wird die Glükseligkeit des Himmels in der Heiligen Schrift durch eine Vielzahl anderer Worte ausgedrückt, wie das Reich Gottes, Christi, des Himmels, das Paradies, die heilige Stadt, das neue Jerusalem, das Haus meines Vaters; doch es ist klar, dass keine dieser Bezeichnungen genügt, um eine angemessene Vorstellung von ihrer Größe zu vermitteln.