Römischer Katechismus 14.16

Kapitel 14 — Erster Teil: Das Glaubensbekenntnis — Artikel XII: Das ewige Leben

Abschnitt 16. Das Licht der Herrlichkeit — Denn diejenigen, die Gott genießen, nehmen, während sie ihre eigene Natur beibehalten, eine gewisse bewundernswerte und beinahe göttliche Gestalt an, so dass sie eher Götter als Menschen zu sein scheinen. Warum diese Verwandlung stattfindet, wird sogleich verständlich, wenn wir nur bedenken, dass ein Ding entweder aus seinem Wesen oder aus seinem Bild und Erscheinung erkannt wird; da folglich nichts Gott so ähnelt, dass es durch seine Ähnlichkeit eine vollkommene Erkenntnis von ihm vermitteln könnte, folgt daraus, dass kein Geschöpf seine göttliche Natur und Wesenheit schauen kann, es sei denn, diese selbe göttliche Wesenheit habe sich uns verbunden, und dies meint der heilige Paulus, wenn er sagt: Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in rätselhafter Gestalt; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Die Worte "in rätselhafter Gestalt" versteht der heilige Augustinus so, dass wir ihn in einer Ähnlichkeit sehen, die geeignet ist, uns eine gewisse Vorstellung von der Gottheit zu vermitteln.