Römischer Katechismus 12.10

Kapitel 12 — Erster Teil: Das Glaubensbekenntnis — Artikel X: Vergebung der Sünden

Abschnitt 10. Sünde kann nur durch die Macht Gottes vergeben werden — Dies ist offenkundig eine Wirkung der unendlichen Macht Gottes, jener selben Macht, die, wie wir glauben, notwendig war, um die Toten zum Leben zu erwecken und die Schöpfung ins Dasein zu rufen. Wenn es aber wahr ist, wie die Autorität des heiligen Augustinus uns versichert, dass es ein noch größeres Werk ist, einen Sünder aus dem Stand der Sünde in den der Gerechtigkeit zurückzurufen, als Himmel und Erde aus dem Nichts zu erschaffen, obwohl ihre Erschaffung nur die Wirkung unendlicher Macht sein kann, so folgt daraus, dass wir noch größeren Grund haben, die Nachlassung der Sünden als eine Wirkung zu betrachten, die aus der Ausübung ebendieser unendlichen Macht hervorgeht.