Römischer Katechismus 11.35

Kapitel 11 — Erster Teil: Das Glaubensbekenntnis — Artikel IX: Die heilige katholische Kirche; die Gemeinschaft der Heiligen

Abschnitt 35. Sollte jemand einwenden, dass die Kirche sich mit einem Haupt und einem Bräutigam begnüge, nämlich Jesus Christus, und keines anderen bedürfe, so ist die Antwort offenkundig. Denn wie wir Christus nicht nur als den Urheber aller Sakramente betrachten, sondern auch als ihren unsichtbaren Spender — er ist es, der tauft, er ist es, der losspricht, obwohl Menschen von ihm als äußere Spender der Sakramente eingesetzt sind — so hat er über seine Kirche, die er durch seinen unsichtbaren Geist regiert, einen Menschen gesetzt, der sein Stellvertreter und der Diener seiner Vollmacht sei. Eine sichtbare Kirche bedarf eines sichtbaren Hauptes; daher hat der Erlöser Petrus zum Haupt und Hirten aller Gläubigen eingesetzt, als er ihm die Weide aller seiner Schafe anvertraute, in so umfassenden Worten, dass er wollte, dass eben dieselbe Vollmacht, die gesamte Kirche zu regieren und zu leiten, auf die Nachfolger des Petrus übergehe.