Kapitel 1 — Vorwort zum Römischen Katechismus
Abschnitt 20. Die Unterweisung soll dem Fassungsvermögen des Hörers angepasst sein — Alter, Fassungsvermögen, Sitten und Stand müssen berücksichtigt werden, damit derjenige, der unterweist, allen alles werde, um alle für Christus zu gewinnen, sich als pflichttreuer Diener und Verwalter erweise und, wie ein guter und treuer Knecht, von seinem Herrn würdig befunden werde, über vieles gesetzt zu werden. Der Priester darf sich nicht einbilden, dass alle, die seiner Obhut anvertraut sind, auf derselben Stufe stehen, so dass er einer einzigen und unveränderlichen Methode der Unterweisung folgen könnte, um alle auf gleiche Weise zu Erkenntnis und wahrer Frömmigkeit zu führen; denn manche sind wie neugeborene Kinder, andere wachsen in Christus heran, während einige gleichsam zur vollen Reife gelangt sind. Daher die Notwendigkeit zu überlegen, wer Milch bedarf, wer festerer Speise, und jedem solche Nahrung der Lehre zu gewähren, die geistliches Wachstum fördere, bis wir alle gelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollkommenen Menschen, zum Maße des Vollalters der Fülle Christi. Dies schärft der Apostel allen durch sein eigenes Beispiel ein, wenn er sagt, dass er ein Schuldner sei der Griechen und der Barbaren, der Weisen und der Unverständigen, und damit allen, die zu diesem Dienst berufen sind, zu verstehen gibt, dass bei der Verkündigung der Glaubensgeheimnisse und der Lebensregeln die Unterweisung so dem Fassungsvermögen und der Auffassungsgabe der Hörer angepasst werden soll, dass, während die Gemüter der Starken mit geistlicher Speise gesättigt werden, die Kleinen nicht vor Hunger umkommen, weil sie um Brot bitten und niemand da ist, der es ihnen bricht.