Kapitel 1 — Erstes Lehrstück: Von der göttlichen Vorherbestimmung
Abschnitt 16. Artikel 16: Diejenigen, welche den lebendigen Glauben an Christus oder die sichere Zuversicht des Herzens, den Frieden des Gewissens, das Bestreben nach kindlichem Gehorsam, den Ruhm in Gott durch Christus in sich noch nicht wirksam fühlen, aber doch die Mittel, durch die Gott dies in uns hervorzurufen versprochen hat, gebrauchen, diese müssen durch die Erwähnung der Verwerfung sich nicht irremachen lassen, auch sich nicht zu den Verworfenen zählen, sondern im Gebrauch der Mittel eifrig fortfahren und die Stunde der reichlicheren Gnade heiß ersehnen und ehrfurchtsvoll und demütig erwarten. Weit weniger noch brauchen sich diejenigen durch die Lehre von der Verwerfung schrecken zu lassen, welche, während sie ernstlich wünschen, zu Gott sich zu bekehren, ihm einzig zu gefallen und von dem Leib des Todes erlöst zu werden, auf dem Weg der Frömmigkeit und des Glaubens noch nicht bis dahin, wohin sie wollen, kommen können, da ja der barmherzige Gott versprochen hat, er wolle den glimmenden Docht nicht auslöschen und das zerstoßene Rohr nicht zerbrechen (vgl. Mat 12:20). Denen aber gereicht diese Lehre mit Recht zum Schrecken, welche, Gottes und unseres Heilandes Jesus Christus vergessend, sich den Sorgen der Welt und den Vergnügungen des Fleisches völlig überlassen, solange sie sich nicht ernstlich zu Gott bekehren.