Kapitel 30: Vom Herrenmahl
Abschnitt 1. Das Mahl des Herrn Jesus wurde von ihm in derselben Nacht eingesetzt, in der er verraten wurde, um in seinen Gemeinden bis ans Ende der Welt gehalten zu werden, zum immerwährenden Gedächtnis und zur Darstellung des Opfers seiner selbst in seinem Tod, zur Bestätigung des Glaubens der Gläubigen an alle Wohltaten desselben, zu ihrer geistlichen Ernährung und ihrem Wachstum in ihm, zu ihrer weiteren Verpflichtung in und zu allen Pflichten, die sie ihm schulden; und um ein Band und Pfand ihrer Gemeinschaft mit ihm und miteinander zu sein.
Abschnitt 2. In dieser Ordnung wird Christus nicht seinem Vater dargebracht, noch wird irgendein wirkliches Opfer für die Vergebung der Sünden der Lebenden oder Toten gebracht, sondern es ist nur ein Gedächtnis jenes einmaligen Opfers, das er durch sich selbst am Kreuz ein für alle Mal darbrachte; und eine geistliche Darbringung allen möglichen Lobes an Gott für dasselbe; so dass das päpstliche Messopfer, wie sie es nennen, höchst verabscheuenswürdig und eine Verunglimpfung des eigenen Opfers Christi ist, der alleinigen Versöhnung für alle Sünden der Erwählten.
Abschnitt 3. Der Herr Jesus hat in dieser Ordnung seinen Dienern geboten, zu beten und die Elemente von Brot und Wein zu segnen und dadurch von einem gewöhnlichen zu einem heiligen Gebrauch abzusondern; und das Brot zu nehmen und zu brechen; den Kelch zu nehmen und (da sie selbst auch daran teilhaben) beides den Kommunikanten zu geben.
Abschnitt 4. Die Verweigerung des Kelchs an das Volk, die Anbetung der Elemente, deren Erhebung oder Herumtragen zur Verehrung und ihre Aufbewahrung für irgendeinen vorgeblich religiösen Gebrauch sind alles der Natur dieser Ordnung und der Einsetzung Christi zuwider.
Abschnitt 5. Die äußeren Elemente in dieser Ordnung, die gebührend für den von Christus verordneten Gebrauch abgesondert sind, stehen in einer sakramentalen Beziehung zu seinem gekreuzigten Leib und Blut; und werden daher bisweilen mit den Namen der Dinge benannt, die sie darstellen, nämlich der Leib und das Blut Christi; obgleich sie dem Wesen und der Natur nach wahrhaft und allein Brot und Wein bleiben, wie sie es zuvor waren.
Abschnitt 6. Jene Lehre, die eine Verwandlung der Substanz von Brot und Wein in die Substanz des Leibes und Blutes Christi behauptet, gemeinhin Transsubstantiation genannt, durch Weihe eines Priesters oder auf irgendeine andere Weise, ist nicht nur der Schrift allein zuwider, sondern sogar dem gesunden Menschenverstand und der Vernunft; sie hebt die Natur der Ordnung auf und ist Ursache vielfältigen Aberglaubens gewesen und ist es noch, ja grober Götzendienerei.
Abschnitt 7. Würdige Empfänger, die äußerlich an den sichtbaren Elementen in dieser Ordnung teilnehmen, empfangen und nähren sich dann auch innerlich durch den Glauben, wahrhaft und wirklich, doch nicht fleischlich und körperlich, sondern geistlich, von dem gekreuzigten Christus und allen Wohltaten seines Todes; wobei der Leib und das Blut Christi dann nicht körperlich oder fleischlich, sondern geistlich dem Glauben der Gläubigen in dieser Ordnung gegenwärtig sind, wie die Elemente selbst ihren äußeren Sinnen gegenwärtig sind.
Abschnitt 8. Alle unwissenden und gottlosen Menschen sind, wie sie untauglich sind, Gemeinschaft mit Christus zu genießen, so auch unwürdig des Tisches des Herrn und können nicht ohne große Sünde gegen ihn, solange sie in diesem Zustand verharren, an diesen heiligen Geheimnissen teilnehmen oder dazu zugelassen werden; ja, wer auch immer unwürdig isst und trinkt, macht sich schuldig am Leib und Blut des Herrn und isst und trinkt sich selbst das Gericht.