Kapitel 19 — Vom Gesetz Gottes
Abschnitt 6. Obwohl wahre Gläubige nicht unter dem Gesetz als einem Werkbund stehen, um dadurch gerechtfertigt oder verdammt zu werden, so ist es ihnen doch von großem Nutzen wie auch anderen; als Lebensregel, die sie über den Willen Gottes und ihre Pflicht unterrichtet, leitet und bindet es sie, entsprechend zu wandeln; es deckt auch die sündigen Befleckungen ihrer Naturen, Herzen und ihres Lebens auf, so dass sie sich selbst daran prüfend zu weiterer Überführung, Demütigung und Hass gegen die Sünde gelangen können; zusammen mit einer klareren Einsicht in die Notwendigkeit Christi und die Vollkommenheit seines Gehorsams; es dient den Wiedergeborenen gleichfalls dazu, ihre Verdorbenheiten einzudämmen, indem es die Sünde verbietet; und die Drohungen desselben dienen dazu, zu zeigen, was selbst ihre Sünden verdienen und welche Trübsale sie in diesem Leben dafür erwarten können, obwohl sie vom Fluch und der unverminderten Strenge desselben befreit sind. Die Verheißungen desselben zeigen ihnen ebenso Gottes Billigung des Gehorsams und welche Segnungen sie bei dessen Erfüllung erwarten dürfen, obwohl nicht als ihnen vom Gesetz als einem Werkbund geschuldet; so dass das Tun des Guten und das Meiden des Bösen durch den Menschen, weil das Gesetz zum einen ermutigt und vom anderen abschreckt, kein Beweis dafür ist, dass er unter dem Gesetz und nicht unter der Gnade steht.