Kapitel 3 — Drittes und viertes Lehrstück: Von der Verderbnis des Menschen und seiner Bekehrung zu Gott
Abschnitt 16. Artikel 16: Wie aber durch den Fall der Mensch nicht aufgehört hat, ein Mensch zu sein, mit Verstand und Willen begabt, und auch die Sünde, die sich über das ganze Menschengeschlecht verbreitet hat, die Natur des Menschengeschlechts nicht aufgehoben hat, sondern verdorben und geistlich getötet, so wirkt auch diese göttliche Gnade der Wiedergeburt in den Menschen nicht wie in Klötzen oder Stöcken und hebt nicht den Willen und seine Eigenschaften auf oder zwingt ihn gewaltsam gegen seine Neigung, sondern macht ihn geistlich lebendig, heilt, bessert und beugt ihn gelinde und mächtig zugleich, so daß, wo früher Widerspenstigkeit und Widersetzlichkeit des Fleisches herrschte, nun bereitwilliger und reiner Gehorsam des Geistes zu herrschen anfängt, worin die wahre und geistliche Erneuerung und Freiheit unseres Willens besteht. Wenn der bewunderungswürdige Schöpfer alles Guten nicht auf diese Weise mit uns verführe, so hätte der Mensch keine Hoffnung, sich aus dem Fall zu erheben durch den freien Willen, durch den er sich, als er noch stand, ins Verderben stürzte.