Dordrechter Canones 3.15

Kapitel 3 — Drittes und viertes Lehrstück: Von der Verderbnis des Menschen und seiner Bekehrung zu Gott

Abschnitt 15. Artikel 15: Diese Gnade ist Gott niemandem schuldig; denn was sollte er dem schuldig sein, der nichts zuvor geben kann, daß es ihm vergolten würde? Ja, was sollte er dem schuldig sein, der aus sich nichts hat als Sünde und Lüge? Wer daher jene Gnade empfängt, schuldet und bezeigt Gott allein ewig Dank; wer jene nicht empfängt, der kümmert sich entweder überhaupt um geistliche Dinge nicht und gefällt sich in seinem Wesen, oder rühmt sich töricht in seiner Sicherheit zu haben, was er nicht hat. Ferner ist von denen, die äußerlich sich zum Glauben bekennen und ihr Leben bessern, nach dem Beispiel der Apostel aufs beste zu urteilen und zu sprechen, denn das Innerste des Herzens kennen wir nicht. Für die aber, die nicht berufen sind, muß man Gott anflehen, der das, was nicht ist, ruft, als wäre es. Keineswegs aber muß man gegen sie stolz sein, als ob wir uns selbst ausgeschieden hätten.